Nach der 45-minütigen Kaffeepause ging es an Regensburg vorbei, südwestlich weiter nach Neuburg a. d. Donau zum Mittagessen. Im Brauereigasthof Neuwirt steht im Gang ein gläserner „HYDRO Grün“ Kasten, in dem Salat gedeiht und wächst. Mit dieser neuen Erkenntnis ging es weiter zur Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein (Rokokostil) in Wemding im Bistum Eichstätt. Wallfahrtsrektor Norbert Traub erzählte, dass in „Mara Brünnlein zum Trost“ seit dem 17. Jh. eine geschnitzte Marienfigur verehrt wird. Viele Pilger verbinden den Besuch mit einem Trunk aus dem Gnadenbrünnlein hinter dem Altar. Die Kirche ist Station des Bayerisch-Schwäbischen Jakobswegs. Pünktlich erreichten wir unsere Unterkunft beim Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) am Hesselberg mit herrlicher Aussicht, bei klarem Wetter bis zur Zugspitze. Mit seinen 689 m ist er die höchste Erhebung der Frankenalb im reizvollen Mittelfranken.
Vor dem Frühstück wurde täglich ein Morgenlob angeboten, passend zu den Themen des Tages: „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“, „Erde“, „Wasser“ und „Luft“. Nach der Andacht in der schönen Kapelle des EBZ mit herrlicher Fernsicht fuhren wir zu den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf. Aus der Sommerresidenz der Markgrafen wurde die äußerst spartenreiche Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf. Nach einem Überblick mit einer PowerPoint-Präsentation fuhren wir zur Apfelplantage „Pomoretum“. 1200 Apfelsorten wachsen auf einer 6 ha großen Fläche. Es werden Schnittkurse, Veredelungskurse, Pflegekurse angeboten. Anschließend ging es zum Milchgewinnungszentrum. Die Rinderhaltung ist Ausbildungsbetrieb für Landwirte und Tierwirte in Fachrichtung Rinderhaltung. Hier werden hohe Ansprüche an Produktionstechnik, Tierhaltung, Tiergesundheit und Tierwohl gestellt. Im alten Pferdestall, der heutigen Mensa nahmen wir mit den Studenten das Mittagessen ein, bevor es zur ehemaligen Reichsstadt Dinkelsbühl ging.
Aufgrund des außergewöhnlich gut erhaltenen spätmittelalterlichen Stadtbildes um 1130, ist es ein bedeutender Tourismusort an der Romantischen Straße. Die St.-Georgs-Kirche (1499) ist ein dominantes Zeichen kultureller Blüte der Stadt. Die Kinderzeche, ein historisches Kinder- und Heimatfest zieht jährlich viele tausend Besucher an.
Am nächsten Tag setzten wir uns mit der dunklen Vergangenheit des Hesselbergs auseinander. Die Historikerin Dr. Andrea Erkenbrecher erzählte uns von den Landschaften des Nationalsozialismus. Sie arbeitet an der Dauerausstellung: „Denkmallandschaft Hesselberg“. In der NS-Zeit machte der fränkische Gauleiter Julius Streicher den Hesselberg zum politischen Versammlungsort der Nazis. Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurden hier 6 Jahre lang die Frankentage mit bis zu 100 000 Besuchern abgehalten. Sie dienten der allgemeinen Mobilisierung für die Ziele der Nazis. Die Frankentage hatten pseudoreligiösen, neuheidnischen Charakter und die Bezeichnung: „Heiliger Berg der Franken“ wurde von den Nationalsozialisten geprägt.
Eine Exkursion auf dem Hesselberg führte uns zum ehemaligen Gasthaus, in dem nun die Jugendherberge untergebracht ist. Vor Ort erzählte Frau Erkenbrecher viel vom damaligen Gasthaus und dem Wirt und wie wichtig die Erinnerung ist: Menschen etwas bewusst machen, ins Gedächtnis zu rufen, was droht in Vergessenheit zu geraten und zu erinnern, dass Demokratie nie selbstverständlich ist, dass sie verteidigt werden muss.
Nach dem Mittagessen im EBZ stand der Römerpark LIMESEUM auf dem Programm. Er besteht seit 2012 und ist ein archäologisches Museum. Das runde Gebäude schmiegt sich an seine Landschaft unterhalb des Hesselberges an. Die Ausstellung informiert vor allem über die drei Welterbebestandteile: Limeslinie, das Kastell sowie die Zivilsiedlung von Ruffenhofen.
Im Außenbereich ist das bepflanzte Kastell des Römerparks zu sehen. Nach dem Abendessen saßen wir noch gemütlich beisammen bei Gesang, Witzen und Geschichten.
Das 45 ha große, fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim besuchten wir am vorletzten Tag. Mittlerweile stehen über 100 Gebäude aus Mittelfranken im Museumsgelände, die originalgetreu wiederaufgebaut wurden und in Baugruppen gegliedert sind. Unsere Gruppe konnte sich entscheiden, ob sie den großen Weg; Erlebnis Museumsbauernhof „Ein Rundgang durch Haus und Hof“, oder lieber das alte Dorfhandwerk wie: Zimmerleute, Schreiner, Glaser, Büttner, Schuhmacher, Schmidt oder Büttner besucht. Von guten Eindrücken bereichert, konnte der schöne Tagesausflug durch die schöne Landschaft Mittelfrankens mit ihrer reichen Geschichte beendet werden.
Die Heimreise erfolgte bei herrlichem Wetter in Richtung Nürnberg zu Biohof Eckert in Eckental. Ein längerer Stau auf der Autobahn brachte die Planung etwas durcheinander. In Schnaittach stieg der Franke Fritz Kroder, ehemaliger Leiter der ländlichen Familienberatung Bamberg und Kollege von der Reisebegleitung in den Bus und informierte die Teilnehmer mit Insiderwissen.
Die Familie Eckert bewirtschaftet 15 ha Bio-Äpfel und baut auf 53 ha Bio-Hopfen an, ist somit größter Biohopfenbauer in Europa. Seit 3 Jahren haben sie eine große Bio-Hopfenverarbeitunghalle in der Hopfen automatisch gezupft, getrocknet und zu Pellets hergestellt wird. Es werden die großen Hopfenhandelshäuser, über 30 Brauereien, u. a. den Neumarkter Lammsbräu beliefert. Dank ging an Herrn Eckert und dessen Eltern für die große Gastfreundschaft und die hochinteressante Führung.
Beim Mittagessen in der Brauerei Wiethaler bei Lauf Neunhof konnten die Teilnehmer das Bier mit dem Hopfen von Eckert probieren.
Reisebegleitung Theresia Göppinger bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für deren Pünktlichkeit und die gute Gemeinschaft. Ein großes Lob ging auch an den beliebten Busfahrer und KLB-Mitglied Dani Keneder für das umsichtige und sichere Fahren, sowie an Ute Kapfhammer und Marie-Theres Pfoser vom KLB-Büro Passau für die Unterstützung. Ein Danke ging auch an die fleißigen Kuchenbäckerinnen für die Kaffeepausen. Den zufriedenen, dankbaren Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünschte sie alles Gute, Gottes Segen und viel Glück, in der Hoffnung, dass die vielen Eindrücke und Begegnungen noch lange in guter Erinnerung bleiben. Mit einem Reisedankgebet wurde die Fahrt abgeschlossen.



