BBB-Reise der KLB nach Mittelfranken

Marie Pfoser am 29.09.2025

Gutgelaunt, trotz starkem Regen begann für 34 Teilnehmer die 37. Bildungs-, Begegnungs- und Besinnungsreise nach Mittelfranken. 

Nach der 45-minü­ti­gen Kaf­fee­pau­se ging es an Regens­burg vor­bei, süd­west­lich wei­ter nach Neu­burg a. d. Donau zum Mit­tag­essen. Im Braue­rei­gast­hof Neu­wirt steht im Gang ein glä­ser­ner HYDRO Grün“ Kas­ten, in dem Salat gedeiht und wächst. Mit die­ser neu­en Erkennt­nis ging es wei­ter zur Wall­fahrts­ba­si­li­ka Maria Brünn­lein (Roko­ko­stil) in Wem­ding im Bis­tum Eich­stätt. Wall­fahrts­rek­tor Nor­bert Traub erzähl­te, dass in Mara Brünn­lein zum Trost“ seit dem 17. Jh. eine geschnitz­te Mari­en­fi­gur ver­ehrt wird. Vie­le Pil­ger ver­bin­den den Besuch mit einem Trunk aus dem Gna­den­brünn­lein hin­ter dem Altar. Die Kir­che ist Sta­ti­on des Baye­risch-Schwä­bi­schen Jakobs­wegs. Pünkt­lich erreich­ten wir unse­re Unter­kunft beim Evan­ge­li­schen Bil­dungs­zen­trum (EBZ) am Hes­sel­berg mit herr­li­cher Aus­sicht, bei kla­rem Wet­ter bis zur Zug­spit­ze. Mit sei­nen 689 m ist er die höchs­te Erhe­bung der Fran­ken­alb im reiz­vol­len Mittelfranken. 

Vor dem Früh­stück wur­de täg­lich ein Mor­gen­lob ange­bo­ten, pas­send zu den The­men des Tages: Völ­ki­scher Natio­na­lis­mus und Chris­ten­tum sind unver­ein­bar“, Erde“, Was­ser“ und Luft“. Nach der Andacht in der schö­nen Kapel­le des EBZ mit herr­li­cher Fern­sicht fuh­ren wir zu den Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stal­ten Tri­es­dorf. Aus der Som­mer­re­si­denz der Mark­gra­fen wur­de die äußerst spar­ten­rei­che Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten Wei­hen­ste­phan-Tri­es­dorf. Nach einem Über­blick mit einer Power­Point-Prä­sen­ta­ti­on fuh­ren wir zur Apfel­plan­ta­ge Pomo­re­tum“. 1200 Apfel­sor­ten wach­sen auf einer 6 ha gro­ßen Flä­che. Es wer­den Schnitt­kur­se, Ver­ede­lungs­kur­se, Pfle­ge­kur­se ange­bo­ten. Anschlie­ßend ging es zum Milch­ge­win­nungs­zen­trum. Die Rin­der­hal­tung ist Aus­bil­dungs­be­trieb für Land­wir­te und Tier­wir­te in Fach­rich­tung Rin­der­hal­tung. Hier wer­den hohe Ansprü­che an Pro­duk­ti­ons­tech­nik, Tier­hal­tung, Tier­ge­sund­heit und Tier­wohl gestellt. Im alten Pfer­de­stall, der heu­ti­gen Men­sa nah­men wir mit den Stu­den­ten das Mit­tag­essen ein, bevor es zur ehe­ma­li­gen Reichs­stadt Din­kels­bühl ging. 

Auf­grund des außer­ge­wöhn­lich gut erhal­te­nen spät­mit­tel­al­ter­li­chen Stadt­bil­des um 1130, ist es ein bedeu­ten­der Tou­ris­mus­ort an der Roman­ti­schen Stra­ße. Die St.-Georgs-Kirche (1499) ist ein domi­nan­tes Zei­chen kul­tu­rel­ler Blü­te der Stadt. Die Kin­der­ze­che, ein his­to­ri­sches Kin­der- und Hei­mat­fest zieht jähr­lich vie­le tau­send Besu­cher an. 

Am nächs­ten Tag setz­ten wir uns mit der dunk­len Ver­gan­gen­heit des Hes­sel­bergs aus­ein­an­der. Die His­to­ri­ke­rin Dr. Andrea Erken­bre­cher erzähl­te uns von den Land­schaf­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Sie arbei­tet an der Dau­er­aus­stel­lung: Denk­mal­land­schaft Hes­sel­berg“. In der NS-Zeit mach­te der frän­ki­sche Gau­lei­ter Juli­us Strei­cher den Hes­sel­berg zum poli­ti­schen Ver­samm­lungs­ort der Nazis. Nach der Macht­über­nah­me der NSDAP 1933 wur­den hier 6 Jah­re lang die Fran­ken­ta­ge mit bis zu 100 000 Besu­chern abge­hal­ten. Sie dien­ten der all­ge­mei­nen Mobi­li­sie­rung für die Zie­le der Nazis. Die Fran­ken­ta­ge hat­ten pseu­do­re­li­giö­sen, neu­heid­ni­schen Cha­rak­ter und die Bezeich­nung: Hei­li­ger Berg der Fran­ken“ wur­de von den Natio­nal­so­zia­lis­ten geprägt. 

Eine Exkur­si­on auf dem Hes­sel­berg führ­te uns zum ehe­ma­li­gen Gast­haus, in dem nun die Jugend­her­ber­ge unter­ge­bracht ist. Vor Ort erzähl­te Frau Erken­bre­cher viel vom dama­li­gen Gast­haus und dem Wirt und wie wich­tig die Erin­ne­rung ist: Men­schen etwas bewusst machen, ins Gedächt­nis zu rufen, was droht in Ver­ges­sen­heit zu gera­ten und zu erin­nern, dass Demo­kra­tie nie selbst­ver­ständ­lich ist, dass sie ver­tei­digt wer­den muss. 

Nach dem Mit­tag­essen im EBZ stand der Römer­park LIME­SE­UM auf dem Pro­gramm. Er besteht seit 2012 und ist ein archäo­lo­gi­sches Muse­um. Das run­de Gebäu­de schmiegt sich an sei­ne Land­schaft unter­halb des Hes­sel­ber­ges an. Die Aus­stel­lung infor­miert vor allem über die drei Welt­erbe­be­stand­tei­le: Limes­li­nie, das Kas­tell sowie die Zivil­sied­lung von Ruffenhofen. 

Im Außen­be­reich ist das bepflanz­te Kas­tell des Römer­parks zu sehen. Nach dem Abend­essen saßen wir noch gemüt­lich bei­sam­men bei Gesang, Wit­zen und Geschichten. 

Das 45 ha gro­ße, frän­ki­sche Frei­land­mu­se­um in Bad Winds­heim besuch­ten wir am vor­letz­ten Tag. Mitt­ler­wei­le ste­hen über 100 Gebäu­de aus Mit­tel­fran­ken im Muse­ums­ge­län­de, die ori­gi­nal­ge­treu wie­der­auf­ge­baut wur­den und in Bau­grup­pen geglie­dert sind. Unse­re Grup­pe konn­te sich ent­schei­den, ob sie den gro­ßen Weg; Erleb­nis Muse­ums­bau­ern­hof Ein Rund­gang durch Haus und Hof“, oder lie­ber das alte Dorf­hand­werk wie: Zim­mer­leu­te, Schrei­ner, Gla­ser, Bütt­ner, Schuh­ma­cher, Schmidt oder Bütt­ner besucht. Von guten Ein­drü­cken berei­chert, konn­te der schö­ne Tages­aus­flug durch die schö­ne Land­schaft Mit­tel­fran­kens mit ihrer rei­chen Geschich­te been­det werden.

Die Heim­rei­se erfolg­te bei herr­li­chem Wet­ter in Rich­tung Nürn­berg zu Bio­hof Eckert in Ecken­tal. Ein län­ge­rer Stau auf der Auto­bahn brach­te die Pla­nung etwas durch­ein­an­der. In Schnaitt­ach stieg der Fran­ke Fritz Kro­der, ehe­ma­li­ger Lei­ter der länd­li­chen Fami­li­en­be­ra­tung Bam­berg und Kol­le­ge von der Rei­se­be­glei­tung in den Bus und infor­mier­te die Teil­neh­mer mit Insiderwissen.

Die Fami­lie Eckert bewirt­schaf­tet 15 ha Bio-Äpfel und baut auf 53 ha Bio-Hop­fen an, ist somit größ­ter Bioh­op­fen­bau­er in Euro­pa. Seit 3 Jah­ren haben sie eine gro­ße Bio-Hop­fen­ver­ar­bei­tung­hal­le in der Hop­fen auto­ma­tisch gezupft, getrock­net und zu Pel­lets her­ge­stellt wird. Es wer­den die gro­ßen Hop­fen­han­dels­häu­ser, über 30 Braue­rei­en, u. a. den Neu­mark­ter Lamms­bräu belie­fert. Dank ging an Herrn Eckert und des­sen Eltern für die gro­ße Gast­freund­schaft und die hoch­in­ter­es­san­te Führung.

Beim Mit­tag­essen in der Braue­rei Wie­tha­ler bei Lauf Neun­hof konn­ten die Teil­neh­mer das Bier mit dem Hop­fen von Eckert probieren.

Rei­se­be­glei­tung The­re­sia Göp­pin­g­er bedank­te sich bei den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern für deren Pünkt­lich­keit und die gute Gemein­schaft. Ein gro­ßes Lob ging auch an den belieb­ten Bus­fah­rer und KLB-Mit­glied Dani Kene­der für das umsich­ti­ge und siche­re Fah­ren, sowie an Ute Kapf­ham­mer und Marie-The­res Pfo­ser vom KLB-Büro Pas­sau für die Unter­stüt­zung. Ein Dan­ke ging auch an die flei­ßi­gen Kuchen­bä­cke­rin­nen für die Kaf­fee­pau­sen. Den zufrie­de­nen, dank­ba­ren Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern wünsch­te sie alles Gute, Got­tes Segen und viel Glück, in der Hoff­nung, dass die vie­len Ein­drü­cke und Begeg­nun­gen noch lan­ge in guter Erin­ne­rung blei­ben. Mit einem Rei­se­dank­ge­bet wur­de die Fahrt abgeschlossen. 

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