Flusssegnung der Ilz

Marie Pfoser am 15.01.2026

Am Sonntag, den 11. Januar, versammelten sich 70 Gläubige am Badeplatz in Fischhaus, um an der Segnung der Ilz teilzunehmen. 

Es ist ein alter Brauch der Ost­kir­che, der am Fest der Tau­fe Jesu im Jor­dan, dem ers­ten Sonn­tag nach dem Fest der Hei­li­gen Drei Köni­ge, das Seg­nen von Fließ­ge­wäs­sern umfasst. Ange­sichts der welt­weit spür­ba­ren Knapp­heit an Was­ser hat die­ser Brauch eine neue Bedeu­tung erhal­ten. Vor 23 Jah­ren griff die KLB zusam­men mit dem katho­li­sche Pfarr­ver­band Tie­fen­bach-Ruder­ting-Hasel­bach-Kirch­berg v.W., den evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­den Titt­ling und Tie­fen­bach und der Wald­ver­eins­sek­ti­on Ruder­ting-Neu­kir­chen v.W. die­sen Brauch auf. In der Sta­tio ging Johan­nes Schmidt beson­ders auf das Grund­was­ser als wich­ti­gen Teil des Was­ser­kreis­laufs ein. Frü­her galt das Grund­was­ser als gut geschützt, jedoch zei­gen aktu­el­le Unter­su­chun­gen, dass es durch Pes­ti­zi­de, Stick­stoff­ein­trä­ge aus Indus­trie, Ver­kehr und Land­wirt­schaft sowie Rück­stän­de von Rei­ni­gungs­mit­teln und Medi­ka­men­ten zuneh­mend gefähr­det ist. Er beton­te, dass Was­ser ein Teil von Got­tes Schöp­fung ist und ohne Was­ser kein Leben auf der Erde exis­tie­ren kann.

Pfar­rer Krell erzähl­te in sei­ner Betrach­tung eine Geschich­te aus Bra­si­li­en: Am Ran­de einer gro­ßen Stadt leb­ten obdach­lo­se Fami­li­en in selbst­ge­bau­ten Hüt­ten aus Bret­tern und Abfäl­len. Die Hüt­ten­stadt lag an einem stei­len Hang, am unte­ren Ende floss ein brei­ter Bach, aber es gab kei­ne Was­ser­lei­tung. Ein­mal täg­lich ver­sorg­te ein Tank­wa­gen die Bewoh­ner mit Trink­was­ser, das sie jedoch teu­er bezah­len muss­ten. Zum Waschen muss­ten die Men­schen jedoch zum Bach hin­ab­stei­gen, in den auch Abwäs­ser ein­ge­lei­tet wur­den. Um dies zu ändern baten die Bewoh­ner den Bür­ger­meis­ter um eine Was­ser­lei­tung, doch die Stadt hat­te kein Geld für Roh­re. Dar­auf­hin schrieb der Pfar­rer einen Brief nach Deutsch­land, wo dann Spen­den gesam­melt wur­den. Nach­dem die Roh­re ver­legt waren, fei­er­ten die Men­schen ein gro­ßes Fest, bei dem sie sich mit sau­be­rem Trink­was­ser zuprosteten.

Pfar­rer Krell schloss sei­ne Betrach­tung mit der Erkennt­nis, dass Was­ser weit mehr ist als nur eine Flüs­sig­keit – es steht für Leben, Gemein­schaft und Freu­de. Nach dem Evan­ge­li­um von der Tau­fe Jesu durch Johan­nes den Täu­fer im Jor­dan und einem gemein­sa­men Vater­un­ser, seg­ne­ten die drei Geist­li­chen, KLB-Seel­sor­ger Micha­el Vogt, Pfar­rer Mar­kus Krell und Pfar­rer Tho­mas Plesch, durch drei­fa­ches Ein­tau­chen des Kreu­zes in die Ilz auch die Teil­neh­men­den der Flusssegnung.

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