Es ist ein alter Brauch der Ostkirche, der am Fest der Taufe Jesu im Jordan, dem ersten Sonntag nach dem Fest der Heiligen Drei Könige, das Segnen von Fließgewässern umfasst. Angesichts der weltweit spürbaren Knappheit an Wasser hat dieser Brauch eine neue Bedeutung erhalten. Vor 23 Jahren griff die KLB zusammen mit dem katholische Pfarrverband Tiefenbach-Ruderting-Haselbach-Kirchberg v.W., den evangelische Kirchengemeinden Tittling und Tiefenbach und der Waldvereinssektion Ruderting-Neukirchen v.W. diesen Brauch auf. In der Statio ging Johannes Schmidt besonders auf das Grundwasser als wichtigen Teil des Wasserkreislaufs ein. Früher galt das Grundwasser als gut geschützt, jedoch zeigen aktuelle Untersuchungen, dass es durch Pestizide, Stickstoffeinträge aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft sowie Rückstände von Reinigungsmitteln und Medikamenten zunehmend gefährdet ist. Er betonte, dass Wasser ein Teil von Gottes Schöpfung ist und ohne Wasser kein Leben auf der Erde existieren kann.
Pfarrer Krell erzählte in seiner Betrachtung eine Geschichte aus Brasilien: Am Rande einer großen Stadt lebten obdachlose Familien in selbstgebauten Hütten aus Brettern und Abfällen. Die Hüttenstadt lag an einem steilen Hang, am unteren Ende floss ein breiter Bach, aber es gab keine Wasserleitung. Einmal täglich versorgte ein Tankwagen die Bewohner mit Trinkwasser, das sie jedoch teuer bezahlen mussten. Zum Waschen mussten die Menschen jedoch zum Bach hinabsteigen, in den auch Abwässer eingeleitet wurden. Um dies zu ändern baten die Bewohner den Bürgermeister um eine Wasserleitung, doch die Stadt hatte kein Geld für Rohre. Daraufhin schrieb der Pfarrer einen Brief nach Deutschland, wo dann Spenden gesammelt wurden. Nachdem die Rohre verlegt waren, feierten die Menschen ein großes Fest, bei dem sie sich mit sauberem Trinkwasser zuprosteten.
Pfarrer Krell schloss seine Betrachtung mit der Erkenntnis, dass Wasser weit mehr ist als nur eine Flüssigkeit – es steht für Leben, Gemeinschaft und Freude. Nach dem Evangelium von der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan und einem gemeinsamen Vaterunser, segneten die drei Geistlichen, KLB-Seelsorger Michael Vogt, Pfarrer Markus Krell und Pfarrer Thomas Plesch, durch dreifaches Eintauchen des Kreuzes in die Ilz auch die Teilnehmenden der Flusssegnung.


