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Nur neue Regeln zu schaffen, reicht nicht aus!

Philipp Roos am 24.06.2020

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KLB-Bundespressemitteilung zum Lockdown in Gütersloh.

Die Situa­ti­on in den Schlacht­hö­fen muss unver­züg­lich zuguns­ten der Men­schen geän­dert werden.

Nur neue Regeln zu schaf­fen, reicht nicht aus! Wir alle müs­sen unser Ver­hal­ten ändern und Bil­lig­fleisch ablehnen.

Die ers­ten Fäl­le von Coro­na in ein­zel­nen Schlacht­be­trie­ben vor weni­gen Wochen haben zwar dazu geführt, dass die Bun­des­re­gie­rung schnell und fol­ge­rich­tig Rege­lun­gen geschaf­fen hat, mit denen zukünf­tig Miss­stän­de ver­hin­dert wer­den sol­len. Aller­dings zeigt die jet­zi­ge Situa­ti­on im Kreis Güters­loh, dass dies allein nicht reicht. Jetzt müs­sen die Men­schen dort per­sön­lich die Fol­gen von ver­ant­wor­tungs­lo­sem Han­deln ande­rer tra­gen und einen erneu­ten Lock­down hinnehmen.

Die in den ver­gan­ge­nen Wochen offen zu Tage getre­te­nen Miss­stän­de sind Aus­druck eines Wirt­schafts­sys­tems, bei dem mit gerin­gen Kos­ten der größt­mög­li­che Gewinn erzielt wer­den soll. Unse­re viel geprie­se­ne sozia­le Markt­wirt­schaft wird unter die­sen Bedin­gun­gen immer mehr zur Maku­la­tur und wider­spricht den Prin­zi­pi­en der christ­li­chen Sozi­al­leh­re. Die hohe Anzahl von Werks­ver­trä­gen hebelt unser Sozi­al­sys­tem aus, Arbeits­schutz­stan­dards wer­den zu oft nicht ein­ge­hal­ten. Unter­künf­te sind zu eng und gesund­heits­ge­fähr­dend. Ver­bo­te und Kon­trol­len mit anschlie­ßen­den Sank­tio­nen schei­nen die ein­zi­gen Mit­tel zu sein, die­ses Sys­tem einzudämmen.

Dar­über hin­aus tra­gen wir alle Ver­ant­wor­tung für die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Men­schen, die unter teil­wei­se men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen dafür sor­gen, dass wir unser bil­li­ges Schnit­zel fein säu­ber­lich zer­legt auf den Tisch bekom­men. Die KLB Deutsch­land mahnt seit vie­len Jah­ren ein genau­es Hin­schau­en jedes Ein­zel­nen und eine Ver­än­de­rung der Rah­men­be­din­gun­gen an. Hier­bei geht es nicht allein um Werk­ver­trä­ge, Min­dest­lohn, Unter­kunft, Ver­la­ge­rung von Ver­ant­wort­lich­kei­ten. Wir alle sind in die Pflicht genom­men, unse­re Anspruchs­hal­tung und unse­ren Kon­sum zu hin­ter­fra­gen – mit Blick auf die Men­schen­wür­de, aber auch mit Blick auf einen wür­de­vol­len Umgang mit unse­ren Nutz­tie­ren, so Nico­le Pod­lin­ski und Kor­bi­ni­an Ober­may­er, Bun­des­vor­sit­zen­de der KLB

Daher for­dern wir erneut alle Betei­lig­ten auf, wei­ter­zu­den­ken und ihr Han­deln zu ändern.

Bad Hon­nef, den 23. Juni 2020